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45Ein sehr guter und unterhaltsamer Film.

Nette und abwechslungsreiche Machart mit den Interview-Einschüben. Großartige Schauspieler bis in die kleinste Nebenrolle. Interessante und spannende Geschichte, die allerdings gegen Ende etwas schwächelt. Der mittlerweile übliche Story-Twist war etwas zwar vordergründig nett (aber auch da schon nicht sonderlich spektakulär)… hmm… nee, er war noch nicht mal nett… Ach, eigentlich kann man das auch gar nicht Story-Twist nennen (aber ich hab jetzt keine Lust, den Text umzuschreiben). Man hat’s halt n bisschen spannend gemacht mit der Auflösung, wer’s denn nun war, aber richtig wichtig war’s eigentlich nicht. Die Problemlösung war es, die vordergündig nett daher kam. Aber drittens und hauptsächlich war sie nachträglich doch eher relativ unglaubwürdig. Man hat irgendwelche Skrupel, den Herrn Al umzubringen, bringt dafür dann aber nen anderen um. Hm. Tz. Also, ich weiß ja nicht.

Aber Frau Jovovich war dabei (nur deswegen bin ich überhaupt über diesem Film gestolpert), und da wollen wir mal nicht so zimperlich wegen eines etwas verkorksten Endes sein.


The Tortured

torturedEin schöner, kleiner Selbstjustiz-Thriller, der gottseidank mal so gar nicht hält, was sein Titel und das Cover verspricht.
Ja, zwischendrin wird auch n bisschen gequält, aber das gabs vor den ganz Torture-Pornos auch schon. Hauptsächlich geht es eher um Selbstjustiz und Rache, und die Gründe und Folgen.

Optisch sehr gut in Szene gesetzt, super gespielt, super inszeniert! Ob jetzt die Produzenten von Saw unbedingt so viel damit zu tun hatten, sei mal dahin gestellt, aber Drehbuch und Regie haben echt mal nen grandiosen Job gemacht.

Der Story-Twist am Ende ist bei näherer und nachträglicher Betrachtung vielleicht etwas leicht unglaubwürdig oder mindestens mal diskussionswürdig, haut einen beim Sehen des Films aber ziemlich aus den Socken, und geht somit absolut in Ordnung.

Nach meinen letzten filmischen Reinfällen (über die ich noch nichtmal Lust hatte, großartig Worte zu verlieren) war das mal wieder ganz großes Kino.
Beide Daumen hoch!


Hängt ihn höher

Wieder mal ein etwas blöder deutscher Titel. Denn es stand nie zur Debatte, dass er zu tief gehängt wurde. Das hat schon alles ganz gut gepasst. Na ja.
Dafür war es wieder mal ein Klassiker, der insgesamt wieder mal ziemlich blöd daher kam.
Komische Leute machen komische Dinge. Als unser Held z.B. unzufrieden mit einer Hinrichtungsveranstaltung ist, schnappt er sich entrüstet seine Lieblingshure und geht mit ihr aufs Zimmer. Hmm. Muss ein Generationenproblem sein, aber ich fands albern.
Auch albern fand ich die Masse an Handlung, die in dem Film verstopft war. Da hätte man auch locker drei Filme draus machen können. Da es aber nur einer ist, kam er stellenweise sehr gehetzt daher und viele Handlungsstränge wurden nicht angemessen umgesetzt.
Schade.
Eigentlich eine interessante Thematik mit der Lynchjustiz und der Rache und dem armen gottgleichen Richter, aber diese viel zu volle und viel zu holprige Handlung hat den Film letztendlich recht ärgerlich gemacht.


I Spit On Your Grave

Die erste Hälfte war leider recht langweilig und nervig.
Die Einführung war öde, der Überfall durch die Dummbatze war nervig (Funny Games ließ grüßen), ok, es gab dann nen netten Minitwist, und die tatsächliche Tat war auch ansprechend schockierend und brutal und dreckig inszeniert, aber danach war ihr Entkommen leider sehr unglaubwürdig.
Schwamm drüber.
Die zweite Hälfte war absolut super.
OK, was die gute Frau nen Monat lang getrieben hat, war nicht so ganz klar, aber abgesehen davon war die Halbzeitpause mit der Ruhe vor dem Sturm und ihre anschließende Rache spannend und abwechslungsreich und dem Genre angemessen umgesetzt.


Auftrag Rache

Harter Tobak. Aber sauguter harter Tobak.
Sehr rätselhafte Verschwörung mit viel Tragik und bitterböser, absolut humorloser Selbstjustiz.
Klasse!
Ja, ok, bisschen meckern muss natürlich auch sein. Kein Polizist der Welt bricht so in eine unbekannte Wohnung ein, wie er das gemacht hat. Tür ganz vorsichtig nur einen kleinen Spalt auf und nur die Knarre reinstecken. Was soll der Quatsch?! Manchmal möchte man Drehbuchautoren einfach nur hauen. Na ja.


„Der Sterne Tennisbälle“ von Stephen Fry

Gutes Buch! Vor allem nach dem (wenn auch nur kurzen) Schreckenserlebnis mit dem Star-Wars-Buch. Herr Fry kann halt schreiben.
„Geschichte machen“ wird zwar auch hier nicht ganz erreicht, aber schon eher als bei „Der Lügner“ (wobei das natürlich ein Quatsch-Satz ist, da „Geschichte machen“ als insgesamt letztes geschrieben wurde).
Mir plätscherte die Handlung zu Anfang so ein bisschen unmotiviert durch die Gegend. Was soll das Ganze? Wo will er hin? Was les ich da eigentlich? Ich fand es extrem langweilig und ermüdend, diese unsinnigen Eskapaden dieser etwas uninteressanten und lästigen Jugendlichen zu lesen. Nur die sprachliche Qualität der Darbietung hat mich bei Laune und der Stange gehalten. Zum Glück. Und auch leider. OK, nicht leider bin ich dabei geblieben, aber leider hab ich zu Anfang nicht genug aufgepasst. Glaub ich jedenfalls. Denn auf Seite 206 ist mir ein ganzer (zur aktuellen Jahreszeit passender) Schwung Lichter aufgegangen! Wir haben hier einen zweiten Graf von Monte Christo! Hui, was hatte ich plötzlich einen Spaß ob meiner Vermutung. OK, ein paar Seiten weiter ist mir dann eingefallen, dass meine sensationelle Vermutung der Grund war, das Buch nicht wegzutun und lieber zu lesen, denn im Internetz hab ich das ja schon in einer Rezension gelesen, aber natürlich relativ sofort wieder vergessen.
Na ja, jedenfalls hatte ich im weiteren Verlauf der Geschichte doch einige Male den Eindruck, dass ich schwer was verpasst habe, durch meine gelangweilte Unaufmerksamkeit in der ersten Phase des Buchs. Einige auftauchende Namen hätten mir bestimmt was sagen sollen, taten es aber nicht, weshalb ich der Handlung dann auch stellenweise nicht ganz so habe folgen können, wie ich es hätte erwarten wollen. Oder so.
War trotzdem gut. Aber zu kurz.
Wenn ich mir angucke, wieviel Seiten der Herr Dumas mit seinem Grafen gefüllt hat, dann hätte ich mir, auch wenn ich mir nicht angucke, wieviel Seiten der Herr Dumas mit seinem Grafen gefüllt hat (weil ich das vor allem gar nicht so genau weiß, da ich immer nur Filme zu dem Thema geguckt habe), doch sehr gewünscht, Herr Fry hätte mehr Seiten mit seinem Ned gefüllt. Die Rache-Geschichte ging mir viel zu schnell zu hopplahopp vorbei. Das hätte viel ausführlicher behandelt und -schrieben gehört. Das Verhältnis „vorher : nachher“ ist mir viel zu unausgewogen. Dafür was das „dazwischen“ umso spannender und interessanter.
Insgesamt hat es sich aber auch mit „vorher“ und „nachher“ absolut gelohnt, das Buch lieber zu lesen als wegzuschmeißen, und jetzt muss ich mir auf jeden Fall (mindestens) noch den letzten mir fehlenden Nilpferd-Roman des Autors aneignen.


Spurwechsel

Tja, also, hmm…
So richtig schlecht war der Film jetzt nicht.
Aber so richtig gut war er halt auch nicht.
Komplett jede Person in dem Film war irgendwie unsympathisch bis scheiße. OK, vielleicht die zwei Kinder nicht.
Den Obervogel hat für mich die Frau des weißen Hauptkotzbrockens abgeschossen. Was ein armseliges Leben ist das denn bitte, das die da führen wollen? Du betrügst mich, aber das ist ok, deshalb brich Gesetze und betrüge Leute, damit wir lustig zusammenleben können, denn wir lieben uns. *kotz*
Und dann steht der weiße Hauptkotzbrocken noch nicht mal kommentarlos auf und verlässt diese Schlampe. Nein – er macht, was sie sagt.
Andererseits war’s schon ne interessante Story, und auch interessant zu sehen, wie das alles immer mehr eskalierte.
Ach, aber so insgesamt war’s halt doch rechtschaffen unnötig, den Film zu gucken. Da hatte ich mir irgendwie mehr von versprochen. Bin aber leider auch irgendwie von einer Thrillerartigkeit ausgegangen.
Ach so, ja, und das Ende war irgendwie totaler Müll. Was soll der Weiße denn der schwarzen Frau gesagt haben, damit sie doch irgendwie wieder dem Vater ihrer Kinder eine Chance gibt? Und ganz toll gute Taten will er tun,d er Weiße. Pf!