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„Er ist wieder da“ von Timur Vermes

er-ist-wieder-daSehr gut und unterhaltsam. Und weise. Und wahr.

Wie Herr Vermes hier beschreibt wie der wiedererweckte Hitler die aktuelle Welt mit ihrer Ordnung und vor allem den absurden Medien wahrnimmt, ist ganz großes Kino.

Leider ist das Ende etwas sehr abrupt und unbefriedigend. Aber das ist ja meistens so. Die wenigstens Enden können was. Hier wirkt es auch mal wieder wie „ja, puh, hmm, und jetzt…?“. Oder vielleicht auch wie zwar gewusst und gewollt, aber nicht getraut. Ich hätte es schicker gefunden, wenn Herr Vermes das bis zum bitteren Ende durchgezogen, und den dritten Weltkrieg angezettelt hätte. Denn genau das will er doch mit dem Buch sagen. Dass Hitler nicht nur wieder da ist, sondern, wenn auch mit anderen Mitteln, wieder genau das gleiche Ziel erreichen könnte.

Na ja, der Weg war grandios, das Ziel leider nicht. Aber das ist ja auch schon was wert. Gutes Buch!


Sucker Punch

So ein Jammer!

Der Anfang ein optischer und akustischer und dramatischer Hochgenuss. Hammer!

Dann der erste Schock, als das gerade gesehene erstmal auf links gedreht wird. Ok, kann man machen, Phantasiewelt und so, der gequälte Geist flüchtet sich und so, soll mir recht sein.

Aber dann wird nochmal auf links gedreht und die Frau ist plötzlich ganz woanders mit Superkräften und Action und Knall und Bumm.

So ein Blödsinn.
Sorry, aber das ist zu dummdreist abgedreht ohne Sinn & Verstand.
Vielleicht wäre Sinn & Verstand noch irgendwann gekommen, und es ist natürlich schade um die ganzen schicken Schicksen die da knapp bekleidet durch die Kulissen hüpfen, aber nee, echt nicht. Nach knapp ner halben Stunde war es nicht mehr erträglich.
Comic und Action schön und gut, und optisch echt toll gemacht, aber es fühlte sich ab dem ersten Linksdreh nur nach sinnlosem Popcorn-Selbstzweck an. Seht her, wir haben tolle Schicksen! Und hier, tollen Computergrafik auch! Und hört mal hin, wie toll die Soundkulisse ist! Story? Aussage? Inhalt? Ähm… ja… ach so, und voll das tolle Steampunk-Mech-Ding haben wir auch! Toll, oder!?!

Echt ein Jammer!

Aber der Anfang war echt großartig!


Game of Thrones

Tja.
Ich werd leider nicht so sehr schlau aus dieser Fernsehserie.
Eigentlich isses Fantasy. Und eigentlich mag ich ja Fantasy. Und ganz klar ist die Serie super gemacht. Tolle Effekte, tolle Schauspieler, tolle Settings, eigentlich alles toll.
Nicht so toll, dass der tolle Herr Bean mittendrin einen Kopf kürzer gemacht wurde, aber bitte.
Leider ist der „richtige“ Fantasy-Anteil etwas selten so richtig spürbar. Könnte meistens auch einfach das mittelalterliche England mit König Löwenherz sein. Sehr schade.
Und dann dieser ständige Sex. In jeder zweiten Szene ist jemand nackt oder am Poppen oder beides, erzählt dabei aber immer lustige Geschichten, die man auch angezogen hätte erzählen können. Keine Ahnung, was die Herren Drehbuchschreiber bezwecken wollten. Ich vermute aber, dass es um „Erwachsenheit“ geht. Kennt man ja auch aus dem Spiele-Bereich. Erwachsen ist Sex und Gewalt. *kotz*
Und auf die Herren Drehbuchschreiber schieb ich das, weil man a) aus Internetkreisen hört, dass die Bücher nicht so sind, und ich b) selbst im ersten Band das erste Auftreten von Daenerys nachgelesen habe. In der Serie macht der Bruder ihr erstmal an den Titten rum. Im Buch gar nicht, weil sie angezogen ist.
Sowas nervt schon sehr.

Sonst nervt auch, dass quasi alle wirklich komplett scheiße sind. Von mir aus ist Jon und Arya und Jorah prima, der Rest ist zum in die Tonne kloppen. Alles Kotzbrocken. Bäh!

Allerdings macht es das auch einfacher, die vielen Toten zu ertragen. Da früher oder später jeder draufgeht, müsste man sich bei sympathischen Personen ja noch mehr ärgern als so schon.

Echt jetzt, ich weiß nicht, warum ich zwei volle Staffeln davon geguckt habe. Vielleicht, weil ich hoffe, dass es noch wird. Und immer wieder zwischendrin für fünf Minuten isses auch echt superweltklasse. Aber meistens nervts schon sehr. Und stellenweise fühle ich mich auch ganz arg an diese Furz-Serie Lost erinnert. Viel heiße Luft und nichts außer noch mehr heiße Luft dahinter. Aber Substanz und Inhalt und Relevanz eher nicht.

Jede Staffel ein Film, super. Aber als Serie… na ja…


Guild Wars 2

Das ist dann also dann mal wieder ein MMORPG.

Ein ganz schön gutes, denke ich. Aber gleichzeitig fühle ich mich auch ganz schön falsch da drin. Ich kann’s schlecht erklären. Ein komisches, dumpfes Gefühl von „Was soll das Ganze hier eigentlich?“. Na ja. Es ist gekauft, es verursacht keine laufenden Kosten, spielt man’s halt oder lässt es. Man wird sehen…

Aber bis dahin war gestern die erste Sitzung natürlich sehr spannend und fordernd, weil alles neu und ungewohnt und kaum Erklärungen, erst recht kein Handbuch.
Einige sehr interessante Features. Verschiedene Waffen, die quasi geskillt werden müssen, damit waffenabhängige Zauberskills freigeschaltet werden. Lustig.

Die Weltevents sind ganz nett, aber aus Rift (das ich kurz mal für ein Beta-Wochenende gespielt habe) bekannt und nicht mehr ganz so spektakulär. Eher recht hektisch, weil man natürlich gut mit dabei sein will, damit man die bestmögliche Belohnung kriegt. Aber ok, besser als das übliche „Töte 5 Ikse“ und „Bring mit 8 Üpsilone“ isses schon irgendwie. Fühlt sich eher an, als würde man was bewirken. Bisher war jedenfalls kein Event zweimal am Start. Hat man Pferdemenschen vertrieben, dann sind sie auch tatsächlich nicht mehr da.

Die Herzchen-Quests sind dann schon eher aus der Abteilung Töte & Bringe, aber auch das ist leicht anders, weil die Aufgabe aufm Papier ist „Hilf Iksüpsilon“. Die Hilfe kann dann aus 2 bis 4 alternative Möglichkeiten bestehen, ganz wie es mir in den Kram passt. Ich kann also entweder nur die Üpsilone bringen oder ich töte nur die Ikse oder ich mach ne Kombi oder schütte Wasser auf Heuballen.

Man kann Aussichtspunkte und anderes entdecken und kriegt Belohnungen dafür. Viel zu tun. Ganz ok.

Es gibt ne persönliche Questreihe, die für Solisten gedacht ist. Auch gut.

Sehr schlecht finde ich das Postsystem. Ich kann von überall aus auf meine Post zugreifen. Stimmungslos.
Darüber krieg ich auch die Belohnung für die Herzchen-Quests. Und da die auch automatisch losgehen, ohne dass ich einen NPC ansprechen muss, ist das insgesamt auch leider recht stimmungslos. Das wirkt so schnellschnell-ich-hab-als-Roxxor-doch-keine-Zeit-zum-NPC-zu-gehen. Schade.

Sehr schön wiederum ist, dass ich meine Klamotten farblich ändern kann. Leider auch sehr stimmungslos über einfaches Klicken im Heldenmenüfenster. Wie schön wäre es, wenn ich erst zu nem Schneider gehen muss, der mir das gegen Bezahlung ändert? Hach, schade.
Aber es sieht schick aus. Nicht so n Papageiensyndrom wie in World of Warcraft.

Das Handwerkssystem kenn ich bisher nur vom Sammeln her, und das ist prima gelöst. Jeder Erzhaufen, Baum oder Krautbüschel gehört jedem und kann nicht geklaut werden. Sehr entspannend. Man kann auch nicht tragbare Rüstungen und Waffen außeinandernehmen und in Rohstoffe zerlegen, sollte dabei aber tunlichst darauf achten, dass man auch die richtigen Rüstungen und Waffen anklickt, weil man sonst ganz schnell eine neue und bessere Axt zerlegt hat, die nur deshalb im Inventar rumlag, weil man gerade damit beschäftigt war, das erste gefundene Zepter zu skillen. Na ja.

Vielleicht sollte ich mal schleunigst ne Gilde suchen. Vielleicht kommt dann besseres MMO-Feeling und mehr Sinn und Zweck des Guild Wars auf. Im Moment weiß ich nicht genau, ob das nicht ein falsches Spiel für mich ist.

Ach so, ja, Grafik für so n MMORPG super, aber Solospiele sehen einfach schöner aus. Schade. Und die Zwischensequenzen sind zwar nett designt, aber eher künstlerische Zeichnungen und keine fetten Renderfilmchen. Sieht halt dann doch nicht ganz so schön aus.

 


Diablo 3

Das Echtgeldauktionshaus verurteile ich. Den Online-Zwang verurteile ich. Beides für mich ganz eindeutige Merkmale dafür, dass Blizzard auf seine Kunden scheißt. Es geht nicht mehr um Spielspaß, sondern nur noch um Geld. Deshalb habe ich vor geraumer Zeit beschlossen, dass Blizzard nie wieder Geld von mir sieht. Oder mindestens so lange nicht, bis sie wieder ordentlich ticken.

Aber das heißt ja nicht, dass ich nicht eine kostenlose Starter-Edition dieses Diablo-3-Spiels spielen kann. Kost ja nix.

Also einen frischen BattleNet-Account erstellt, Spiel herunter geladen und mit einer frischen Mönchin frisch ans Werk gegangen.

Grafisch nett, auch wenn es quasi permanent ruckelt, wenn ich mich bewege und neue Gebieteteile nachgeladen werden. Vermutlich ein Resultat der Serververbindung, und somit erster Minuspunkt. Sonst wirklich gut gelungen. Schade, dass man nicht näher ranzoomen kann, denn so schick und schön und stimmungsvoll wie das aussieht, würde ich mir manche Sachen sehr gerne aus der Nähe detaillierter anschauen. Auch nicht so schön sind die fetten roten Umrandungen anvisierter Gegner. Aber dafür sind sehr viele kleine Details sehr schön. Die brodelnden Energiekugeln zum Beispiel. Ach so, ja, und er Introfilm ist auch super!
Der insgesamte grafische Eindruck ist also wirklich toll.

Spielerisch isses allerdings die dickste Banane der Welt. OK, vielleicht sollte man nach 15 Minuten kein abschließendes Urteil abgeben, aber wenn ich nach 15 Minuten schon gar keine Lust mehr habe, das Spiel weiterzuspielen, dann kann ich gar nicht anders, als nach 15 Minuten zu sagen: Rotz!

Torchlight hab ich durchgespielt. Und noch 2x mit anderen Klassen angefangen. Ok, das war auch nicht soo lang, aber immerhin.

Titan Quest hab ich sehr weit gespielt (bis vor Athen), bevor ich die Lust verlor, weil es immer das gleiche dumme Gekloppe ist.

Diablo 2 hab ich bis weit in den zweiten Akt gespielt, bis es blöd wurde.

Aber Diablo 3? Was soll das? Klick, tot. Klick, tot. Klick, tot. Die Gegner. Dass die nicht schon umfallen, weil sie in meine Sichtweite kommen, ist alles. Selbst Quest-Endgegner sind keine Kunst. Ok, da isses dann nicht „klick, tot“, sondern „klick, klick, tot“, aber auch die sind eben nicht der Hauch einer Ahnung eines Schimmers einer Gefahr. Nix.

Dass man beim Stufenanstieg nichts machen darf, außer vielleicht ne neue Fertigkeit zur Kenntnis zu nehmen, machts auch nicht besser.

Wenn man wenigstens direkt den Schwierigkeitsgrad hochdrehen dürfte…

Ein lächerliches Spiel!

 


Kingdoms of Amalur: Reckoning

Eigentlich toll. Schöne Grafik, nette Story mit netten Quests, zwar etwas konsolig was Bedienung und Spielelemente angeht, aber ok, das muss heutzutage ja sein.
Schöne Vertonung, tolle Welt, tolles Design, ich bin absolut begeistert.
Ok, ich war begeistert.
Denn mit der Zeit wurde das Spiel nach sinnvollerweise einfachem Einstieg immer einfacher. Man sollte meinen, dass es langsam fordernder wird, wenn man weit genug vom Tutorial entfernt ist. Pfeifendeckel! Man lernt immer mehr Skills, wird besser und stärker, findet tolle Ausrüstung, und die Gegner bleiben inkompetent wie zu Beginn.
Leider hilft ein Hochdrehen des Schwierigkeitsgrads kein Stück. Es hat keinen Effekt.
Ich habe dann noch eine Weile versucht, die nette Grafik, die nette Story und die netten Quests zu genießen, aber wenn sich jeder Kampf nur wie eine lästige Zeitverschwendung anfühlt, dann fühlt sich halt dann doch irgendwann das ganze Spiel so an.

Ein Jammer!

 


Dragon’s Dogma

Tja. Doch wieder rückfällig geworden.

Nachdem der Plan eigentlich war, niemals mehr ein Konsolenspiel anzufassen, hab ich mir jetzt halt doch mal „Dragon’s Dogma“ kaufen müssen.

Nach nicht mal fünf Minuten war wieder klar, warum ich Konsolenspiele hasse.

Obwohl ich am PC mittlerweile doch auch ganz schön oft mit Gamepad spiele, geht es an der PS3 einfach irgendwie gar nicht so gut.
Dann ist der Fernseher doch recht weit weg. 70 cm zum PC-Monitor ist halt doch was anderes als 2,5 m zum Fernseher. Da kann der noch so groß sein.

Das schlimmste aber ist das Wesen der Konsolenspiele an sich. Mittlerweile. So weil wegen neumodische Designzeiten.

Ich werde mit vollem spielerischen Umfang und Möglichkeiten und allem drum und dran ins Geschehen geschmissen. Drei Begleiter kommen ums Eck, die mir in einer Tour alle gleichzeitig die Ohren (und den Bildschirm) vollquatschen, und die eigentlich auch alles allein machen. Ist auch nötig, weil es blitzt und donnert und kracht und rappelt, dass es keine Freude ist. Ich weiß nicht wo oben und unten ist, was zu tun ist und warum. Toll!

Am Ende liegt dann der großartige Bossgegner im Staub, eine bedeutungsschwangere Stimme redet was von meinem Weg und *pling* ich hab meine erste Trophäe erhalten (Spiel begonnen).

Leute, das geht gar nicht. Das ist grotesk. Das ist ein Witz. Das ist dümmste Scheiße!

Aber vermutlich geht das heute nicht anders. Vermutlich kann man der heutigen Jugend (die vermutlich immer bei jedem Spiel, erst recht für ne Konsole, die vorderste Zielgruppe ist) anders gar nicht ködern. Wenn man denen zum Start mit nem drögen Level-1-Char kommt, der noch nicht mal ordentlich geradeaus laufen kann, dann wenden die sich vermutlich angewidert ab.

Na gut. Wendet sich halt der erfahrene Spieleveteran ab.

Was soll der Quatsch, dass ich ein Spiel mit allem Drum & Dran anfange, um nach 10 Minuten und einem Bosskampf dann einen Charakter zu erstellen, mit dem ich dann spiele? Das ist Spieledesign aus der Hölle!

Und dann rappelt die dauernd die DVD bzw. Bluray im Laufwerk, dass es keine Freude ist. Ich hab ja nur ne fette Festplatte im Gerät (die im Moment 14 Stunden lang vollformatiert werden soll), auf die man ja so ein Spiel speichern könnte, aber nein, lieber nicht.

Ja, und natürlich muss man sich heutzutage auch immer ständig Online anmelden. Und wenn man das nicht macht, dann wird man kurz danach lieber nochmal darüber informiert, dass man das tun soll. *ARGH*

Ich HASSE es!
Hätte ich doch bloß nie meinen C64 verkauft…

Aber jetzt war’s das. Für immer.

Eigentlich sollte die PS3 ja als Bluray-Player im Haus bleiben, auch ohne Spiele, aber man sieht ja, wo es hinführt. Das Ding kommt weg! Verdammt Axt, aber auch!!1