Monatsarchiv: April 2013

Uncharted 3 – Drake’s Deception

Uncharted-3Tja.
Die Luft ist raus.
Der dritte Teil hat nicht ansatzweise so viel Laune gemacht wie die beiden Vorgänger.
Ich war sehr oft sehr genervt.
Zu viel Gerenne in die richtige Richtung, die aber lieber nicht sehr erkennbar war, dafür das Ganze aber unter extremem Zeitdruck, was dazu führte, dass man es nicht auf Anhieb schaffte, weswegen man sich in mehreren Durchgängen mit dummem Trial-and-Error durchtastete. Öde und ärgerlich.

Dann natürlich die unvermeidbaren Ballerpassagen, die man mit dem Gamepad immer noch nicht ordentlich steuern kann. Aber immerhin waren diese Ballereien dafür dann auch gefühlt doppelt so häufig und ebenso lang wie in den vorigen Teilen. Man soll ja schließlich was kriegen für sein Geld. Und wenn es nur dummes, ärgerliches und wie seit jeher eigentlich unpassendes Actiongeballer ist.

Die Wüste war aber nett gemacht. Da habe die Ballereien (mit den neuen Waffen) zur Abwechslung durchaus mal Spaß gemacht, auch wenn die Wüstenszenen vor der Action eher mau und unnötig und wieder mal eher ärgerlich waren.

Ganz großes Kino war auch zum Schluss als in einer Zwischensequenz gesagt wurde, dass wir da jetzt nicht einfach reinstürmen könnten, weil die in der Überzahl seien.
Aha. Ja, stimmt, die ganzen Ballereien vorher war alles sehr kontrolliert und da war gar nicht von Anfang an eine Überzahl der Gegner vorhanden… Oh, Mann…!
Na ja.

Die ersten zwei Teile haben mich voll weggeblasen, der dritte hier war ne ziemliche Nullnummer. Schade.
Einen vierten Teil werde ich somit ganz sicher ignorieren und lieber in Erinnerungen an die ersten beiden schwelgen. Das gab’s nur zweimal, das kommt nie wieder… *sing*

 


Lost Horizon

lost-horizonDa es überall doch ganz schön hochgelobt wurde, kam ich natürlich nicht umhin, es auch mal zu sielen.

Tja.

War nicht schlecht, aber so richtig überzeugend gut leider auch nicht.

Viel zu viel zu viel zu lange Unterhaltungen ohne Interaktionsmöglichkeit. Immer wieder sitzt man bis zu (wenn vielleicht auch nur gefühlten) 10 Minuten rum und hört sich ne Unterhaltung an, die die Geschichte weitererzählt, aber mich nix machen lässt. Schwach. Und schade. Und auch sehr ärgerlich.
Das war öfters mehr ein Interaktiver Film (ohne Interaktion) als ein Spiel.

Der spielerische Teil war dann typische Adventure-Kost und sehr schön gemacht, aber… hmm… ich weiß auch nicht… auf jeden Fall irgendwie zu leicht. Ich musste eigentlich nie großartig grübeln und knobeln, es lief alles irgendwie von selbst. Und wenn nicht (was echt kaum vorkam), dann hat eine zufällige Kombinierung von Gegenständen ganz schnell weitergeholfen. Meistens aber hab ich auch schon von weitem gerochen, worauf es hinauslaufen soll, und ich musste dann nur noch fleißig die richtigen Stellen anklicken und fertig und weiter.
Natürlich ist es nett, wenn man recht problemlos durch ein Spiel kommt, und ewig rumrätseln und nicht weiterkommen saugt total, aber hier war es mir alles doch zu durchsichtig und uninspiriert. Auch, weil so quasi wirklich jeder Hotspot auch ne Bedeutung hatte. Es gab kaum „atmosphärische“ Spots, die einfach nur zwecks Deko oder Ablenkung anklickbar waren, sondern alles war nötig und …. ja, ok, vielleicht ist das auch tatsächlich immer so… wenn ich jetzt beim Schreiben so drüber nachdenke… aber… ach, es wirkte alles so durchschaubar. Ein Blick auf die Szenerie, und der Käs war meist schon gegessen. Das Wüstenkaff mit Prof. Hayes war ein Paradebeispiel. Von Anfang an war klar, dass ich das brauche um das zu kriegen und dann das und das für das und bei dem kann ich dann das und dort dies und dann hier hin und dann zack fertig.
Ich musste kaum irgendwo länger über die Inventargegenstände grübeln. Das Nazi-Camp war was interessanter und zum Schluss, als ich Richard und Fenton gleichzeitig spielte, musste ich sogar mal in die Lösung gucken, der Rest… ach ja, der Tiger war auch was rätselhaft, aber das waren 2x Lösung gucken bei einer Spieleart, die ich zwar immer wieder gern spiele, bei der ich aber regelmäßig in Bredouillen komme und Lösungen benötige… Das war mir zu wenig Anspruch. Das fühlte sich eher wie klickende Fleißarbeit an.

Aber auch die Geschichte war leider nicht so ganz der Brüller. Indiana-Jones-Verschnitt, Nazis, antikes Geheimnis und ne nette weibliche Begleitung für den heldenhaften Held… 08/15 at its best! *gähn*
Wenn ich Indiana Jones will, dann kann ich Indiana Jones haben. Als Film, als Spiel, alles kein Ding. Ich brauch keinen neuen Indiana Jones mehr.
Und die komische Schlussszene mit den beiden Hauptfiguren war auch sehr unmotiviert und unnötig und somit auch etwas ärglich.
Insgesamt eine Anhäufung von stereotypen Klischees, die man an 100 Ecken schon gesehen hat.
Und der saloppe Grundton unseres Helden war auch fehlplatziert. Er hat jetzt nicht einen Kalauer nach dem nächsten Rausgehauen, aber es war irgendwie doch eher was flapsig. Und ich mag Spiele, die eigentlich sehr ernsthaft und erwachsen aussehen und rüberkommen wollen, und gleichzeitig dann doch immer so pseudolustige Kommentare und Dialoge haben, echt mal so gar nicht. Ihr könnt mir gerne ein „Day of the Tentacle“ verkaufen, in dem alles schräg und verrückt und comicartig ist, oder ein „Book of Unwritten Tales“ mit seinem Fantasy-Setting, und dort darf dann ein Witz den nächsten jagen. Aber wenn man ersthafte Sachen mit erwachsenen Nazis erzählen möchte, dann… ach, ich weiß auch nicht… dafür war das Spiel insgesamt zu unernsthaft. Das sich als nächstes Spiel gerade in der Mache befindliche „Lost Chronicles of Zerzura“ ist da direkt von Anfang an ein ganz anderes Kaliber. Ernsthafterer Grafikstil, bessere Synchro, schönere Rätsel… bei „Lost Horizon“ dachte ich nach 10 Minuten „WTF… Hoffentlich wird das noch…“, bei „Zerzura“ denk ich „Jawollo, juhu, so muss das sein!“.
Na ja.

Die ganzen hochen Wertungen der professionellen Tester kann ich jedenfalls leider nicht so sehr verstehen. Es ist zwar kein totaler Totalausfall, aber aus meiner Sicht doch eher nur für absolute (und eigentlich auch anspruchslose) Anfänger geeignet.