Monatsarchiv: Dezember 2012

„Er ist wieder da“ von Timur Vermes

er-ist-wieder-daSehr gut und unterhaltsam. Und weise. Und wahr.

Wie Herr Vermes hier beschreibt wie der wiedererweckte Hitler die aktuelle Welt mit ihrer Ordnung und vor allem den absurden Medien wahrnimmt, ist ganz großes Kino.

Leider ist das Ende etwas sehr abrupt und unbefriedigend. Aber das ist ja meistens so. Die wenigstens Enden können was. Hier wirkt es auch mal wieder wie „ja, puh, hmm, und jetzt…?“. Oder vielleicht auch wie zwar gewusst und gewollt, aber nicht getraut. Ich hätte es schicker gefunden, wenn Herr Vermes das bis zum bitteren Ende durchgezogen, und den dritten Weltkrieg angezettelt hätte. Denn genau das will er doch mit dem Buch sagen. Dass Hitler nicht nur wieder da ist, sondern, wenn auch mit anderen Mitteln, wieder genau das gleiche Ziel erreichen könnte.

Na ja, der Weg war grandios, das Ziel leider nicht. Aber das ist ja auch schon was wert. Gutes Buch!


Absentia

Absentia1Grandioser, kleiner Monsterhorror-Gruselschocker mit interessanter Mystery-Story, schönen Gruselmomenten, ein paar netten Schockeffekten, und absolut großartigen Hauptdarstellerinnen.

Dafür, dass es eine recht überschaubare (per Kickstarter finanzierte) Independent-Produktion gewesen sein muss, ist das Endprodukt sehr sensationell gelungen.
Die Polizistendarsteller machten zwar leider einen recht drömeligen Eindruck, den die össelige Synchronisation noch unterstützt, aber die zwei Schwestern waren echt klasse. Und ebenso der vermisste Ehemann.
Tolle Geschichte, toll in Szene gesetzt, mit tollen Einfällen (pseudoalternativreale Rückblenden) und Effekten und überraschenden Hüs und Hotts.
Budgetbedingt sind die Spezialeffekte und das Monsterdesign natürlich recht vage und minimalistisch gehalten, dadurch aber nicht minder wirkungsvoll. Da waren richtige Könner am Werk, und ich hoffe mal, man sieht in den nächsten Jahren noch viel von den Leuten.

Und zur Abwechslung auch mal ein echt ordentliches Ende.

In meiner aktuelle Begeisterung würde ich den Film sogar als einen der besten Filme aller Zeiten bezeichnen wollen.
Wenn ich mir anschaue, welche überschätzte Grütze mit 13 Millionen (laut Wikipedia) schonmal verbrochen wird, kann ich gar nicht anders, als diesen so unendlich gelungenen Film mit seinem Minimalbudget von 70.000 (laut Wikipedia) über alle Maßen gut zu finden.

 


The Tortured

torturedEin schöner, kleiner Selbstjustiz-Thriller, der gottseidank mal so gar nicht hält, was sein Titel und das Cover verspricht.
Ja, zwischendrin wird auch n bisschen gequält, aber das gabs vor den ganz Torture-Pornos auch schon. Hauptsächlich geht es eher um Selbstjustiz und Rache, und die Gründe und Folgen.

Optisch sehr gut in Szene gesetzt, super gespielt, super inszeniert! Ob jetzt die Produzenten von Saw unbedingt so viel damit zu tun hatten, sei mal dahin gestellt, aber Drehbuch und Regie haben echt mal nen grandiosen Job gemacht.

Der Story-Twist am Ende ist bei näherer und nachträglicher Betrachtung vielleicht etwas leicht unglaubwürdig oder mindestens mal diskussionswürdig, haut einen beim Sehen des Films aber ziemlich aus den Socken, und geht somit absolut in Ordnung.

Nach meinen letzten filmischen Reinfällen (über die ich noch nichtmal Lust hatte, großartig Worte zu verlieren) war das mal wieder ganz großes Kino.
Beide Daumen hoch!


Masks

masksTja. Ich weiß nicht.
Ich würde den ja gern gut finden. Ein deutscher Film mit Horror und Splatter und so.
Eigentlich auch gut gemacht.
Mit eigentlich einer guten Geschichte.
Aber letztendlich fand ich ihn doch nur höchstens so mittel.
Das Ende war großer Unfug. Offene Enden sind ja schön und gut, aber das war doch etwas arg überstürzt und gewollt verstörend.
Die Auflösung mit den bösen Wichten und warum und wer und wie und weshalb fühlte sich auch mehr gewollt als gekonnt an.
Zwischendrin hatte er ganz ordentliches Potential, weswegen ich auch unbedingt dranbleiben musste. Die titelgebenden Masken machten neugierig auf mehr, aber das kam dann leider gar nicht. Die Slasher-Szenen waren ganz nett gemacht, passten aber irgendwie nicht so recht zur Athmosphäre des restlichen Films.
Recht hölzerne Dialoge mit hölzernen Darstellern in abstrusen Horror-Klischee-Situationen, und das alles mündet dann in eine komische Jungbrunnenauflösung. Oder so.
Nee, echt jetzt, mal so gar nicht!
Independent und Horror und Giallo (komisches Genrekonzept) sind ja schön und gut, aber in dieser Darreichungsform sehr überflüssig und ärgerlich. Warum der irgendwelche Preise gewinnen konnte, entzieht sich komplett meinem Verständnis.

 


Famine

famineJa, nee, is klar. So ein blödsinniger Dreck. Aber Hauptsache uncut mit viel Blut.

Soll wohl so’n bisschen in der Tradition von z.B. Braindead sein. Hab ich ja auch schon nicht verstanden.

Solche lustigen Splatterfilme mit dilettantischen Darstellern, ebensolchen Blutfontänen und ohne ernstzunehmendes Drehbuch braucht echt mal keiner.

Wenigstens hab ich nach ca. 20 Minuten noch relativ rechtzeitig gemerkt, was für ein Müll da passiert, und die Guckung abgebrochen.

Schade, dass das Plakat einen so ernsthaften Eindruck machte.
Eigentlich müsste man dafür doch jemanden verklagen können, müsste man nicht?