„Daemon“ und „Darknet“ von Daniel Suarez

Wieder mal ein Double Feature, da auch diese beiden Romane eindeutig zusammen gehören.
Den ersten (Daemon) kann man von mir aus noch ohne den zweiten (Darknet) lesen, aber wenn man den ersten gut fand und von der Existenz den zweiten erfährt, kann und sollte man das gar nicht wollen.
Was in „Daemon“ angefangen wurde, wird in „Darknet“ grandios zuende gebracht. Wobei auch schon „Daemon“ grandios ist. Vielleicht ist für mich da „grandios“ n bisschen das neue „großartig“, aber mir doch egal.

Natürlich sollte man für diese Romane ein gerüttelt Maß an Computeraffinität mitbringen, denn für normalsterbliche Menschen ist dieses ganze technische Computergeschwätz, trotz ordenlichter Erklärungen, vermutlich nicht zu verstehen und noch weniger zu ertragen. Eindeutig was für Nerds.
Aber als Nerd hat man Spaß ohne Ende, weil alles nicht nur faszinierend und spannend, sondern letztendlich sehr möglich ist. Jedes weitere Feature des Daemons macht Spaß und Laune auf mehr.

Im ersten Roman wird der Daemon erstmal als sehr negative Bedrohung der Weltordnung aufgebaut, was im zweiten Roman dann aber immer mehr zum Segen entwickelt, weil die aktuelle Weltordnung sehr zurecht als hochgradig menschen- und umweltverachtend und ungerecht dargestellt wird. Diese ganze globale und auf immer mehr und mehr Wachstum ausgerichtete Marktwirtschaft, die Reiche immer reicher und Arme immer ärmer macht, ist objektiv betrachtet ja schon ziemlicher Unfug, aber genauso objektiv betrachtet kann der Mensch natürlich nicht anders.
Deshalb ist diese Daemon-Gesellschaft, die sich herausbildet zwar eine schöne Utopie, aber natürlich auch eine nicht umsetzbare.

Andererseits… vielleicht ja doch… hmm… Denn losgetreten wird das ganze ja durch ein emotionsloses Computerprogramm. Von einem entwickelt, der zur Zeit der Aktivierung tot ist. Und im weiteren Verlauf zwingt dieses Computerprogramm die ganze Welt unter seine Knute, weil es da ansetzt, wo es weh tut. Beim Geld. Die Menschen haben im weiteren Verlauf gar keine Möglichkeit, als zu tun, was der Daemon will, oder unterzugehen. Nur Außenseiter, die in der Gesellschaft eh nix zu melden haben, finden gut, was da passiert, und sehen eine Chance, ihr marktwirtschaftlich sinnlosese Leben zu verbessern. Die etablierten Mächtigen gehen mehr und mehr den Bach runter, weil der Daemon sich einfach nicht kontrollieren lässt, und immer wieder ein neues Kaninchen aus dem Hut zaubert, um die verzweifelten Machterhaltungsmaßnahmen abzuwehren.

Doch, das könnte funktionieren, wenn man so einen Daemon nicht nur programmieren, sondern ihn auch dort überall hinbringen könnte, wo er hingebracht werden muss, damit das klappen kann.
Schwierig.

Na ja.

Wie auch immer. Die Geschichte ist interessant und spannend geschrieben, man fiebert mit den Personen mit, die Technik ist glaubwürdig und interessant und spannend beschrieben. Die Romane lassen sich gut lesen und regen auch abseits des Lesens zum Nachdenken an.
Prima Unterhaltung und mehr!

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One response to “„Daemon“ und „Darknet“ von Daniel Suarez

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