Fable III

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust…

Das Spiel ist so unterirdisch peinlich. Unsagbar, unspielbar peinlich! Diese sozial-interaktiven Handlungen sind so schlimm umgesetzt, dass man aus dem Fremdschämen nicht mehr rauskommt. Keinem, wiklich absolut keinem kann doch sowas gefallen! Warum machen die sowas? Was denkt sich dieser Molyneux eigentlich?! Aaargh, ich könnte kotzen! Und diese ganzen pseudowitzigen Dialoge mit den übertrieben blasierten Stimmen! Und dieses dümmliche Charakterdesign der NPCs mit dem pseudokarikierenden Look und den idiotischen Animationen … ach!!!1

Abgesehen von diesem unsäglichen Humor kommt auch hier (wie schon in Fable 1) kein richtiges Weltgefühl auf, da Albion keine große zusammenhängende Welt ist. Alle 5 Minuten läuft man gegen einen Ladebildschirm. In Zeiten von Oblivion und Two Worlds 2 ist auch das nur noch peinlich und unverständlich. Auch eine XBox kann man mittlerweile so programieren, dass unmerkbar im Hintergrund nachgeladen wird.
Die Weltkarte ist zwar benutzbarer als in Teil 1, aber die Übersichtskarten der einzelnen Bereiche sind ein Witz. Da passt nix zum tatsächlichen Areal. Zum Navigieren absolut ungeeignet. Und da es im Spiel keine eingebelndete Minimap gibt, irrt man immer wieder total orientierungslos durch die Gegend. Da machen Entdeckungstouren abseits der nicht nur praktischen, sondern ob der Unübersichtlichkeit unentbehrlichen, „Brotkrumen“ absolut keinen Spaß.
Zumal die Beweglichkeit der Haupfigur auch mal wieder extrem konsolig eingeschränkt ist. Springen kann man nur selten und auf Kommando, und ständig läuft man vor unsichtbare und unlogische Wände und Hinternisse. Schade.

Kämpfen kann man auch. Aber anspruchsvoll ist anders. Ich bin tatsächlich nicht ein einziges Mal gestorben.
Allerdings mag das auch daran gelegen haben, dass ich mich aufs Zaubern konzentriert habe. Zwischendurch hab ich auch mal Nahkampf ausprobiert, aber das war mir zu knifflig. Aber dass es mit Zaubern soo schrecklich einfach war, hätte ich nicht gedacht und mir auch nicht gewünscht.
Der andere Rollenspielaspekt war auch extrem abwesend. Das Skillen. Es gab zwar neue Sachen, die man sich kaufen musste, aber insgesamt war das alles nicht der Rede wert. Ein Rollenspiel geht anders.
Insgesamt war es spielerisch leider doch eine ziemliche Nullnummer. Gegen Ende musste man eine bestimmte Menge Geld erwirtschaften, damit so wenig wie möglich Untertanen beim bösen Angriff umkommen, was einfach durch „stehenlassen“ des Spiels möglich war. Man kriegt alle 5 Minuten einen bestimmten Betrag an Miete etc. und wenn man einfach nur lang genug wartet (und dabei z.B. gute Filme guckt), schafft man das. Spielerisch total sinnfrei.
Steuerbar war das Spiel wieder einmal nur mit Gamepad vernünftig. Tastatur/Maus wäre wohl gegangen, aber die Tastenbelegung war absolut lächerlich.
Genauso wie diese ganzen Sammeleien. Scheiß Konsolenkacke. 50 Zwerg, 50 Silberschlüssel, 30 Bücher, viele Blumen. Alles schön versteckt über die Welt verteilt, damit man schön lange sinnlosen Dummscheiß machen muss. So kann man auch Spielzeit generieren. Scheiß Konsolenkacke!

Aber: Das Spiel ist so unbeschreiblich gut!
Die Hauptstory um den bösen König und die böse Bedrohung sind zwar nicht großartig originell, dafür aber teilweise großartig inszeniert. Der erste Ausflug nach Aurora hat mich komplett aus den Socken gehauen. Und wenn man sieht, was die Entwickler drauf haben, möchte man ob des dümmlichen Humors des restlichen Spiel einfach nur heulen. Na ja.
Die Grafik ist (abgesehen von den NPCs) weltklasse. So schön war Fantasy noch nie! Gerade auch der Unterschied zwischen heile Welt und böser Bedrohung ist unglaublich umgesetzt. Bravo!

Insgesamt bin ich sehr zwiegespalten. Bis zum ersten Aurora-Ausflug habe ich es eigentlich nur wegen der Grafik gespielt. Danach auch wegen der Inszenierung.
Storytechnisch ganz großes Tennis. Spielmechanisch ist es eines der größten Wurstspiele überhaupt.
Ein Jammer. Was hätte ohne Molyneux daraus nur werden können. Sag ich jetzt mal so. Ohne genau zu wissen, wieviele Finger er wo genau drin hatte.
Wie auch immer. Es hat teilweise unendlichen Spaß gemacht, weswegen ich nichts bereue. Und vielleicht spiele ich es demnächst nochmal total böse.

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