Two Worlds 2

Nachdem ich mit Teil 1 unheimlich viel Spaß hatte, war klar, dass ich irgendwann Teil 2 spielen muss. Aufgrund akuter WoWitis hat es etwasgedauert, aber eine mörderische Steam-Aktion hat mich nicht nur zu Steam getrieben, sondern auch dieses Spiel kaufen lassen.
Leider.
Es ist schlecht.
Nicht „richtig“ schlecht, aber schlecht genug.
Alberne und peinliche Kommentare beim erfolgreichen Mob-Mord („Bleib bloß liegen“), die einem die Fremdschamesröte ins Gesicht treiben.
Dialoge ohne den Hauch einer Entscheidungsmöglichkeit. Meistens ist in Gesprächen nichts zu tun, außer auf das Ende zu warten. Es gibt keine Antwortmöglichkeiten, keine Entscheidungen zu treffen, nix. Weil auch die Quests kaum Entscheidungen beinhalten. Mach es oder lass es. Ganz selten hat man wohl theoretisch bei Diebeszeug die Möglichkeit sich zwischen machen und petzen, aber wenn das ist kaum relevant und bleibt weitestgehend unbemerkt.
Aber wenn ich z.B. eine Händlerquest nicht machen möchte, weil ich das unverschämt finde, wie die den Preis treiben wollen, dann kann ich nicht z.B. irgendwo Petzen oder sowas, nee, dann kann ich einfach die Quest nicht machen und auch die Nachfolgequests alle nicht kriegen. Man hätte sich vorstellen können, die Quest zwar erstmal anzunehmen, um dann bei der nächsten Station nen Dreh in die Preistreiberei zu bringen, um dann anders irgendwie die Händler übers Ohr zu hauen, aber da es natürlich keinerlei Dialogoptionen geben kann, kann man auch nix machen, außer „Ja & Amen“ zu sagen… Schwach und unbefriedigend.
Grafisch isses ziemlich toll. Da gibts nix zu meckern. Außer vielleicht die Konsoligkeit des Inventars und der Optionen. Das Interface ist leider für PC-Spieler wieder mal ne unverschämte Zumutung.
Steuern lässt es sich leider nicht so toll. Irgendwie sehr konsolig-träge. Man läuft, sieht ein Schlösserknacken-Symbol, hält an, und ist natürlich schon vorbei gelaufen. Also zurück und … wieder vorbei. Das macht es manchmal sehr tricky, irgenwas anzuvisieren. Auch werden z.B. mitnehmbare Gegenstände durch nen halben Raum als aufnehmbar markiert, aber wenn man direkt davor steht, geht nix.
Natürlich kann man bis auf einige Kisten alles immer an sich nehmen und öffnen und klauen. Was offen rumsteht gehört natürlich niemandem…
Das Kampfsystem ist ganz OK. Da hab ich mit diversen Gothics und Risens und Oblivions schon mehr Probleme gehabt. Nahkampf top. Allerdings musste ich irgendwann feststellen, dass der Fernkampf ne unverschämte Frechheit ist. Man kann Autoaiming ausschalten. Dann muss man auch immer schön manuell zielen. Gut. Wenn man dann aber loslässt und den Pfeil verschießt, fliegt der automatisch dahin, wo das Spiel in dem Moment den Gegner „gesehen“ hat. Hat den Effekt, dass man einen Gegner, der sich auf einen zubewegt, niemals treffen kann, wenn er sich nicht wirklich in gerader Linie frontal auf einen zubewegt. Es geht nicht. Auch seitliche Richtungsänderungen kann man nicht ausgleichen. Vorhalten und so geht nicht. Da helfen dann nur Flächenschaden oder Nahkampf. Absoluter ROTZ!
Ach so, ja, und die Quests sind stellenweise nicht nur bezüglich Dialogen oder Entscheidungsmöglichkeiten schach, sondern auch einfach nur so von Ablauf der Nachfolgequests. Ich geh z.B. zu einer Tante, um ihr ein Medikament zu bringen. Sie nimmt es zu sich, und ich geh aus dem Haus raus, teleportier mich zum Questabgeber und der redet wirr und ich antworte wirr („Ich hab deine Tante auf dem Gewissen“) und kann das wirre Gerede nur durch eine Google-Recherche entwirren, weil die Tante das Medikament nicht vertragen hat und sie daran gestorben ist. Frag ich mich natürlich, wie der Neffe innerhalb von 5 Minuten erfahren konnte, dass seine Tante gestorben ist. Denn länger hat es nicht gedauert vom Abgeben des Medikaments bis zum Abgeben der Quest. Schwach und albern und armselig.
Es gab auch spaßige Quests (Pferderennen) aber dann auch wieder unheimlich nervtötende Dialoge (der besoffene Ammar, der einen für ne Mumie bzw. seine Mutter hält, was zum einen durch die besoffene Sprechweise ab dem zweiten Satz unheimlich unerträglich ist und dann leider gar nicht wirklich witzig ist, weil das in deutsch eben nicht funktioniert mit Mummy und Mommy… Schlimm. Ganz, ganz schlimm!)
Ach, und als es dann in den Sumpf ging, und dort ein dämmlicher Vollhonk in seinem dämlichen Dorf nicht so reagierte wie ein besorgter Dorfbewohner reagieren sollte, hatte ich dann doch keinen Bock mehr.
Aus, Ende, vorbei. Ohne mich. Und das Addon, auf das ich mich einige Tage zuvor noch gefreut hatte (Piraten!), werd ich höchstens in die Hölle wünschen, aber nicht spielen.
Ach so, ja, ich hab mir auch einmal die Mühe gemacht, so lange alle Händler abzugrasen, bis ich ein Rüstungsset komplett hatte, was angeblich irgendwelche Bonusse geben sollte. Nix davon gemerkt.
Ach so, ja, und dann die dümlichen Anmach-Dialoge am Anfang mit Dar Phar. Und dann geht der Heldenhonk mit irgendner anderen NPC-Schlampe ins Bett und spricht was von Liebe, um dann beim nächsten Treffen wieder Dar Phar anzüglich anzumachen.
Ach so, ja, und so elementare Elemente wie die Symbolik bei den Gegenstände (Was bedeutet denn wohl das Sternchen?) werden einfach mal nicht erklärt. Weder im Tutorial noch in der Anleitung. Hallo?! Soll damit die geheimnisvolle Fantasywelt besser gefühlt, oder doch nur lieber der Lösungsbuchverkauf angekurbelt werden? Ach, genug!

Insgesamt eines der unerfreulichen Spielerlebnisse meines an Spielerlebnissen nicht armen Lebens.
Ärgerlich und schlecht und plump und billig und albern und ärgerlich.
Vor allem mit dabei am hauptsächlichsten, dass ich so schrecklich lange gebraucht habe, das zu merken, und entsprechend zu handeln.

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