Monatsarchiv: Februar 2011

Frankenstein-Trilogie von Dean Koontz

Und nochmal quasi fast sowas wie Weltklasse vom Herrn Koontz. Dafür, dass ich letztens beschlossen habe, nie wieder was von ihm zu lesen, macht er es mir ganz schön schwer, das auch tatsächlich zu tun.
Wie auch immer. Diese Frankenstein-Trilogie ist absolut klasse. Ja, ok, mal wieder Weltklasse. Hilft ja nix.
Diese Weiterführung der ursprünglichen Frankenstein-Geschichte in der aktuellen Neuzeit ist einfallsreich und spannend und vor allem wenn man die alten Filme vor Augen hat ein unbeschreibliches Crossover-Vergnügen.
Vergnügen bereitet aber schon allein die Lektüre. Flüssig zu lesen, witzige Dialoge zwischen dem Polizistenpärchen, ein verrückter Wissenschaftler, der nicht nur verrückt und wissenschaftlich ist, sondern auch noch so ein amtliches Oberarschloch, dass man es kaum erwarten kann, dass der endlich Staub frisst. Bis es soweit ist, wird mit Jocko auch noch eine sehr gollumeske Nebenfigur der vergnüglichsten Art eingeführt. Selten so einen spaßigen Zeitgenossen in einem Buch erlebt.
Insgesamt ganz großes Kino. Komplett. Von Anfang bis Ende.
Ach, ja, das Ende! Sensationell! Das ist ja meistens doch eher ne Krux, das Ende eines Buches. Meistens ist man doch eher nicht so begeistert und etwas unbefriedigt, aber hier hat er wie auch schon bei „Anbetung“ wieder mal genau den richtigen Nerv zur richtigen Zeit getroffen. Perfekt.
Und dass er sich für alle Fälle mit dem Ende noch Möglichkeiten für ne zweite Frankenstein-Trilogie offen gehalten hat, macht für mich das Ende noch viel besser als so schon.
Ich hatte ja schon arge Sorgen, dass der dritte Teil völlig der Reinfall wird (wenn man sich die Rezensionen bei z.B. Amazon so ansieht), aber das war zum Glück nur unergründliche Panikmache. Da bin ich mal wieder ganz froh, dass ich mich von anderleuts Meinungen nicht so sehr beeinflussen lasse.


„Tod den Unsterblichen“ von Frederik Pohl

Noch so ein alter Schinken. Und im Gegensatz zu dem anderen ist dieser von Anfang an lesenswert und spannend und interessant.
Allerdings lässt das dann doch nach ca. einem Drittel des Buchs stark nach. Da wird dann viel zu sehr über mathematische Formeln geschwafelt, und dann kommen die Unsterblichen, und die wollen andere vielleicht auch irgendwie Unsterbliche ausrotten oder mindestens mal welche, die auch Gedankenlesen können, oder wenigstens ein Talent dafür haben könnten, oder so. Irgendwie. Vielleicht. Es war doch irgendwie etwas arg an den Haaren herbeigezogen und krude und uninspiriert erzählt.
Gut, dass es nur ca. 130 Seiten hatte und entsprechend schnell vorbei war. Der Zukunftsentwurf hätte zwar prinzipiell interessant sein können, wenn er ausführlicher gewesen wäre.
Pohl ist ja wohl auch so was wie ein Science-Fiction-Klassiker. Hat mich nicht überzeugt. Da war der Heinlein um Längen besser.


„Anbetung“ von Dean Koontz

Da hab ich ja wohl mal das beste Buch der Welt oder mindestens von Herrn Koontz gelesen!
Warum unser Hauptdarsteller „etwas einfältig“ sein soll, erschließt sich mir auch nach dem Ende des Buches nicht, aber irgendwas muss man ja hintendrauf schreiben. Und wenn einer nicht nach immer mehr und am besten der Weltherrschaft strebt, und sich sonstwie für wichtig, groß und gut hält, dann muss er natürlich zwangsläufig einfältig sein.
Ich hingegen finde den ollen Odd unheimlich sympathisch und lustig und die beste Serienfigur der Weltgeschichte. Vielleicht. Kenn ja zurzeit nur den ersten Teil, aber das wird sich noch ändern.
Das Buch ist mal wieder sehr locker, flockig und flüssig lesbar geschrieben, und es wimmelt nur so von schönen, netten, kleinen, einfallsreichen Sätzen. Anders kann ich’s nicht beschreiben, und da ich das Buch grad nicht zur Hand habe (und vermutlich eh keine entsprechende Stelle finden würde), kann ich nix zitieren. Jedenfalls selten so einen Spaß beim Lesen gehabt.
Dabei ist das Buch an sich nur bedingt lustig. Es ist einfach sehr nett und lesenswert geschrieben.
Der Weg ist geheimnisvoll und spannend und bleibt es bis zum Ziel. Das Ende ist dramatisch und nochwas und einfach nur schön und gut und perfekt.
Absolute Weltklasse!


Uncharted 2 – Among Thieves

Leute, was ist hier denn los?! Warum finde ich auf diesem Superbloggedönse nix zu dem Spiel? Hallo?!

So. Nachdem ich den ersten Teil etwas arg kurz und einsilbig verarztet habe, versuche ich mal hier n bisschen ausführlicher zu werden.

Geilomat! Hier, meine Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser, haben wir das mit Abstand, und zwar mit weitem, weitem Abstand, allerbeste Spiel aller meiner Zeiten! Punkt.
So sieht’s aus.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll mit Lobeshymnen (auch, weil es eigentlich schon bestimmt fast vier Monate her ist, seit ich das gespielt habe).
Die Inszenierung ist unvergleichlich. Tempowechsel, unterschiedliche  Genres, mal Shooter, mal Jump’n’Run, dann wieder Puzzle, schleichen wie bei Splinter Cell oder wilde Explosionen, alles drin, alles dran. Klasse!
Die Kletterübungen sind meistens etwas einfach geraten, weil man eigentlich selten wirklich knifflig was tun muss, sondern der gute Drake alles quasi automatisch auf Knopfdruck macht. Aber trotzdem ist es atemlose Spannung und unendlicher Spaß, selbst wenn man’s doch mal verkackt.
Und dann muss man mittendrin plötzlich wieder von vorne anfangen, was nach kurzem „Och nöööö…“ dann doch unheimlich genial und super ist, weil’s einfach mal ne ganz andere Art des Erzählens ist als das, was man sonst so in Spielen vorgesetzt bekommt.

Das Schießen saugt zwar noch immer, aber es war insgesamt nicht so oft so nervend wie im ersten Teil.

Allerdings ist der Endkampf eine mittelschwere Katastrophe und Unverschämtheit. Das hätte dem Spiel noch auf der Zielgeraden fast die ganze phänomenale Weltklassigkeit genommen, die es vorher so vehement an den Tag gelegt hatte.
So einen unfairen Wurstkampf musste ich noch nie durchstehen. Nach vorne laufen, und am besten nirgendwo gegen, weil man nicht umsonst gleichzeitig nach hinten schießen muss, weil man verteufelt zügig vom Endbossgegner verfolgt wird, der einen ganz leicht und in Windeseile aus den Schuhen und Socken gleichzeitig haut, wenn er einen erwischt, das ist meiner maßgeblichen Meinung nach unmöglich gewollt zu schaffen. OK, man kann so tun, als sei man 100 Affen mit 100 Schreibmaschinen, aber 100 Jahre den Endkampf spielen kann’s ja auch nicht sein.
Gottseidank sahen das wohl die Erfinder des Spiels auch so, denn es gibt einen Trick, den ich nach kurzer Internetrecherche entlüften durfte, mit dem man recht einfach (in meinem Fall aber auch erst nach ca. acht weiteren unerfolgreichen Versuchen) einen Sieg davontragen konnte.
Aber, meine Güte, echt, war das mal kein Spaß und keine Freude und gar keine Genugtuung, als der Kampf vorbei war.

ABER!

Danach ging noch n bisschen weiter, und zwar sofort wieder mit einer so grandiosen Sequenz, dass der Endkampf doch sofort wieder hinten ausm Gehirn gepustet wurde, und die Begeisterung über dieses beste Spiel der Weltgeschichte zurück kommen konnte.

Leute, Leute, ohne Scheiß! Ich hab ja schon viel gespielt in meinem Leben (wenn auch meist nicht zuende), aber diese Uncharted-Spiele sind der absolute Knaller.

So. Schluss!


Tucker & Dale vs Evil

Außergewöhnlich lustige Horror-Komödie, die herrlich das übliche Hinterwäldlerschema verdreht. Am Anfang fand ich die Situationen zwar mitunter etwas arg konstruiert, aber letztendlich war’s dann doch alles sehr logisch und passend, und die Todesfälle so herrlich abstrus. Und die beiden Dorftrottel fand ich ausgesprochen perfekt besetzt.
Oha! Vielleicht könnte ich mir sogar ganz arg vorstellen, hier zwei neue Abbotts und Costellos gesehen zu haben. Finde ich grad mal ne klasse Idee, qualitativ ähnlich hochwertige Fortsetzungen mit anderen Horror-Themen zu haben. Dann könnte man auch alle Scary-Movie-Filme sofort vernichten. Was man allerdings auch so könnte.

Überaus skurril fand ich übrigens auch unbedingt was die heutige (nordamerikanische) Jugend so unter „Nacktbaden“ versteht…


Tekken

Ja, Mensch, sowas aber auch, da hab ich ja wohl voll total vergessen, was über den Film zu schreiben, den ich irgendwann mal vor ein paar Wochen geguckt habe. Ist aber natürlich auch verständlich. Denn schlecht war der schon. Ziemlich schlecht. Fast möchte ich sagen, einer der schlechtesten Filme meiner Lebenszeit. Und an sowas denkt man dann wohl nicht lang genug, um dann auch tatsächlich zeitnah was zu schreiben. Ich bin auch nur dahinter gekommen, weil ich mich hier n bisschen auf den Film beziehen wollte, was dann aber nicht klappen wollte, weil es ja keinen Eintrag dazu gab, weswegen ich das dann auch gelassen habe. Wie auch immer. Eigentlich soll es hier ja um diesen Tekken-Film gehen, aber der ist ja so uninteressant. Ein Underdog, mit Rache mit dabei, und ein böser Weltkonzern mit bösen Leuten, die *mittiefschnaufenderstimme* sein Vater sind, und am Ende ist er natürlich der Held vom Erdbeerfeld und die Zukunft ist eine rosige mit Plüschbären und Geigenmusik. Oder so.
Absolut unnützer Film. Manchmal würd ich schon wissen wollen, wer oder was mich da so reitet, wenn ich solche Film gucken möchte.


Scott Pilgrim

Auch wenn es eine Comic-Verfilmung ist, ist es für mich die beste Computerspiel-Verfilmung natürlich aller Zeiten. Vermutlich gerade weil es keine ist. Aber für mich war das ein astreines Beat’em Up. Echt klasse. Wenn auch anfänglich etwas unkonventionell. Ich war so ein bisschen kulturschockiert. Aber irgendwann gings dann und ich konnte Spaß haben. Perfekte Besetzung, perfekte Schnitte, perfekte Gags, die aber leider stellenweise so auf einen einprasselten, dass man kaum zum Luft holen, geschweige denn zum Lachen kam. Der Kampf gegen 5 und 6 war zwar albern und komplett entbehrlich, und auch die Wiederholung von Kampf 7 hätte man sich schenken können, wobei man natürlich dann den doch wieder sehr netten Gag mit dem Extraleben nicht hätte bringen können.
Insgesamt ein netter Film mit nettem Happy End.