„Der Sterne Tennisbälle“ von Stephen Fry

Gutes Buch! Vor allem nach dem (wenn auch nur kurzen) Schreckenserlebnis mit dem Star-Wars-Buch. Herr Fry kann halt schreiben.
„Geschichte machen“ wird zwar auch hier nicht ganz erreicht, aber schon eher als bei „Der Lügner“ (wobei das natürlich ein Quatsch-Satz ist, da „Geschichte machen“ als insgesamt letztes geschrieben wurde).
Mir plätscherte die Handlung zu Anfang so ein bisschen unmotiviert durch die Gegend. Was soll das Ganze? Wo will er hin? Was les ich da eigentlich? Ich fand es extrem langweilig und ermüdend, diese unsinnigen Eskapaden dieser etwas uninteressanten und lästigen Jugendlichen zu lesen. Nur die sprachliche Qualität der Darbietung hat mich bei Laune und der Stange gehalten. Zum Glück. Und auch leider. OK, nicht leider bin ich dabei geblieben, aber leider hab ich zu Anfang nicht genug aufgepasst. Glaub ich jedenfalls. Denn auf Seite 206 ist mir ein ganzer (zur aktuellen Jahreszeit passender) Schwung Lichter aufgegangen! Wir haben hier einen zweiten Graf von Monte Christo! Hui, was hatte ich plötzlich einen Spaß ob meiner Vermutung. OK, ein paar Seiten weiter ist mir dann eingefallen, dass meine sensationelle Vermutung der Grund war, das Buch nicht wegzutun und lieber zu lesen, denn im Internetz hab ich das ja schon in einer Rezension gelesen, aber natürlich relativ sofort wieder vergessen.
Na ja, jedenfalls hatte ich im weiteren Verlauf der Geschichte doch einige Male den Eindruck, dass ich schwer was verpasst habe, durch meine gelangweilte Unaufmerksamkeit in der ersten Phase des Buchs. Einige auftauchende Namen hätten mir bestimmt was sagen sollen, taten es aber nicht, weshalb ich der Handlung dann auch stellenweise nicht ganz so habe folgen können, wie ich es hätte erwarten wollen. Oder so.
War trotzdem gut. Aber zu kurz.
Wenn ich mir angucke, wieviel Seiten der Herr Dumas mit seinem Grafen gefüllt hat, dann hätte ich mir, auch wenn ich mir nicht angucke, wieviel Seiten der Herr Dumas mit seinem Grafen gefüllt hat (weil ich das vor allem gar nicht so genau weiß, da ich immer nur Filme zu dem Thema geguckt habe), doch sehr gewünscht, Herr Fry hätte mehr Seiten mit seinem Ned gefüllt. Die Rache-Geschichte ging mir viel zu schnell zu hopplahopp vorbei. Das hätte viel ausführlicher behandelt und -schrieben gehört. Das Verhältnis „vorher : nachher“ ist mir viel zu unausgewogen. Dafür was das „dazwischen“ umso spannender und interessanter.
Insgesamt hat es sich aber auch mit „vorher“ und „nachher“ absolut gelohnt, das Buch lieber zu lesen als wegzuschmeißen, und jetzt muss ich mir auf jeden Fall (mindestens) noch den letzten mir fehlenden Nilpferd-Roman des Autors aneignen.

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