Monatsarchiv: Dezember 2010

„Der Sterne Tennisbälle“ von Stephen Fry

Gutes Buch! Vor allem nach dem (wenn auch nur kurzen) Schreckenserlebnis mit dem Star-Wars-Buch. Herr Fry kann halt schreiben.
„Geschichte machen“ wird zwar auch hier nicht ganz erreicht, aber schon eher als bei „Der Lügner“ (wobei das natürlich ein Quatsch-Satz ist, da „Geschichte machen“ als insgesamt letztes geschrieben wurde).
Mir plätscherte die Handlung zu Anfang so ein bisschen unmotiviert durch die Gegend. Was soll das Ganze? Wo will er hin? Was les ich da eigentlich? Ich fand es extrem langweilig und ermüdend, diese unsinnigen Eskapaden dieser etwas uninteressanten und lästigen Jugendlichen zu lesen. Nur die sprachliche Qualität der Darbietung hat mich bei Laune und der Stange gehalten. Zum Glück. Und auch leider. OK, nicht leider bin ich dabei geblieben, aber leider hab ich zu Anfang nicht genug aufgepasst. Glaub ich jedenfalls. Denn auf Seite 206 ist mir ein ganzer (zur aktuellen Jahreszeit passender) Schwung Lichter aufgegangen! Wir haben hier einen zweiten Graf von Monte Christo! Hui, was hatte ich plötzlich einen Spaß ob meiner Vermutung. OK, ein paar Seiten weiter ist mir dann eingefallen, dass meine sensationelle Vermutung der Grund war, das Buch nicht wegzutun und lieber zu lesen, denn im Internetz hab ich das ja schon in einer Rezension gelesen, aber natürlich relativ sofort wieder vergessen.
Na ja, jedenfalls hatte ich im weiteren Verlauf der Geschichte doch einige Male den Eindruck, dass ich schwer was verpasst habe, durch meine gelangweilte Unaufmerksamkeit in der ersten Phase des Buchs. Einige auftauchende Namen hätten mir bestimmt was sagen sollen, taten es aber nicht, weshalb ich der Handlung dann auch stellenweise nicht ganz so habe folgen können, wie ich es hätte erwarten wollen. Oder so.
War trotzdem gut. Aber zu kurz.
Wenn ich mir angucke, wieviel Seiten der Herr Dumas mit seinem Grafen gefüllt hat, dann hätte ich mir, auch wenn ich mir nicht angucke, wieviel Seiten der Herr Dumas mit seinem Grafen gefüllt hat (weil ich das vor allem gar nicht so genau weiß, da ich immer nur Filme zu dem Thema geguckt habe), doch sehr gewünscht, Herr Fry hätte mehr Seiten mit seinem Ned gefüllt. Die Rache-Geschichte ging mir viel zu schnell zu hopplahopp vorbei. Das hätte viel ausführlicher behandelt und -schrieben gehört. Das Verhältnis „vorher : nachher“ ist mir viel zu unausgewogen. Dafür was das „dazwischen“ umso spannender und interessanter.
Insgesamt hat es sich aber auch mit „vorher“ und „nachher“ absolut gelohnt, das Buch lieber zu lesen als wegzuschmeißen, und jetzt muss ich mir auf jeden Fall (mindestens) noch den letzten mir fehlenden Nilpferd-Roman des Autors aneignen.


Mein Schatz, unsere Familie und ich

Wieder mal ein unendlich dämlicher, weil peinlicher, weil sich nur an die Ben-Stiller-Filme dranhängen wollender, deutscher Titel. Man sollte diese ganzen Marketing-Arschlöcher an ihren Eiern aufhängen!

So.
Ansonsten war der Film relativ entbehrlich. OK, ein paar Gags waren ganz nett, wobei für den besten Gag allerdings mein Schatz in einer Werbepause sorgte (Arschbombe!). Viele Gags waren allerdings auch etwas albern und übertrieben. Der Rest war als Gag zu erkennen, entlockte aber noch nichtmal ein Schmunzeln. Wie so oft.
Dafür, dass ich aufgrund der beiden Hauptdarsteller eher weniger als gar nichts erwartet hatte, kam ein doch recht erträglicher Zeitvertreib bei rum, den ich mir allerdings alleine niemals angetan hätte.

Warum allerdings alle, aber wirklich ALLE dieser Liebeskomödien nach den gleichen Schema ablaufen müssen, möchte ich schonmal gerne wissen. Immer alles schön, bis kurz vor Schluss, dann nicht mehr schön, und dann am Schluss doch wieder schön. Immer. Was soll das? Es ist langweilig!


„Star Wars: Lando Calrissian – Rebell des Sonnensystems“ von L. Neil Smith

Da geht man schon nicht mit den höchsten Erwartungen an ein Buch ran, und dann werden die noch locker unterboten…
So nen schlechten Schmarrn hab ich schon lang nicht mehr gelesen. Stümperhafte Niveaulosigkeiten en Masse (WHAMM!), holprige und unlogische Story, unlesbare Namen (für die aber vermutlich der Herr Autor nicht viel kann, weil Star-Wars-Universum). Nach 68 Seiten musste da für mich leider Schluss sein.
So was Schundiges kam mir das letzte Mal 2008 mit Resident Evil unter die Augen. Seitdem keine Spiele-Literatur mehr. Jetzt also auch auf jeden Fall keine Film-Literatur mehr.


Kick-Ass

Da denkt man, man guck sich einen unschuldigen Teeniefilm an, und plötzlich spritzt das Blut und es wird ganz, ganz böse fies. So kann’s gehen…
Aber toll war’s!
Sehr origineller Ansatz mit den „Normalos“, die auf Superheld machen. Sehr lässig, trocken und schwarzhumorig, wie der Vater mit der Tochter trainiert bzw. die Gespräche zwischen den beiden.
OK, letztendlich dann doch eine recht konventionelle Geschichte, aber in sehr ansprechende Bilder verpackt und mit guten Schauspielern garniert.
Ein vergnügliches Filmvergnügen!


Die Familie Stone

Netter, kleiner Komödienfilm.
Mir war zwar nicht so ganz klar, warum die Familie von Anfang an so gegen die Freundin sein musste, und die Freundin war in ihrer ganzen Konzeption etwas arg übertrieben angelegt, aber die tollen Schauspieler und ein paar spaßige Gags (z.B. lustige Brüderprügelei) haben den Film sehr vergnüglich und kurzweilig sein lassen.


„Intensity“ von Dean Koontz

Ursprünglich (08.12.2010):

Erste Eindrücke:

Der Anfang im Haus und bis inkl. Tankstelle war „hui“.
Jetzt aufer Straße im Wohnmobil wird viel zu sehr langweilig rumgeschwafelt. Das ist „pfui“. Oberpfui! Öde! Buh!
Wenn das filosofische Geschwafel so weitergeht, dann bin ich ja auch mal ganz schnell fertig mit dem Buch. Seitenweise Rotz, der nur überfliegend zu ertragen ist.
Lustig dabei: Alle Welt findet das den besten Koontz-Roman überhaupt. Spannend, Vollgas von Anfang an, fesselnd, kann man nicht aus der Hand legen. Na ja.

Und was soll eigentlich der verdreckte englische Titel?! Oh, bloß kein deutsches Wort benutzen. Wird im Buchtext zwar auch immer von „Intensität“ gesprochen, aber wenn das Buch so heißen würde, müsste ja sofort alle Welt untergehen. *kotz*

Update:

Fertig.
Mann, war das ein Scheiß! Geschwafel, Geschwafel, Bla und Blub. Das letzte Drittel hab ich eigentlich nur noch überflogen. Unerträglich. Der (ich nenn’s mal) Epilog hat mich zwar wieder eingermaßen mit einem schönen Ende versöhnt, aber der Rest… Substanz für 100 Seiten auf 400 ausgewälzt. Schreckliche Kindheitsrückblenden, die vermutlich unserer Hauptperson irgendeine Tiefe verleihen sollten, mich aber nur genervt haben. Das hat die Story überhaupt nicht voran gebracht.
Zwischendurch, nach der öden Autofahrt, wurde es wieder spannend und kurzweile, weil dialoglastig, und ich dachte, ok, geht doch, prima, weiter so. Aber dann ist unsere Chyna wieder allein und das Geschwafel kommt wieder. Schade, schade.

Am schlimmsten aber ist, dass alle Welt das für fast das beste Buch vom Herrn Koontz hält!
Deswegen werde ich jetzt einfach mal… oh… mein Amazon-Wunschzettel… so, alles koontzige gelöscht… ja, ich werde also das, was ich von dem Typ noch im Regal stehen hab (Frankenstein 1 +2, Anbetung), lesen, aber sonst kommt mir nun definitiv nix mehr von dem ins Haus (wobei ich hoffe, dass Anbetung nicht anbetungswürdig ist, sonst ist’s Essig mit „definitiv“). Schlimm genug, dass ich mich immer wieder auf Unwägbarkeiten bezüglich Herrn King einlassen muss. Da muss ich nicht noch nen zusätzlichen Schreiberling haben, der meistens langweiligen bis ärgerlichen Quatsch absondert.


„Der Regen“ von Richard Laymon

Guter, alter Horror-Thriller. Man merkt ihm die 20 Jahre aufm Buckel sehr an. Aber das ist nicht das Verkehrteste. Sowas wird heutzutage nicht mehr geschrieben. Und das ist auch gut so.
Voll der Widerspruch. N Bisschen.
Mir hat n bisschen der Tiefgang gefehlt. Die Abwechslung. Hat halt geregnet und n paar Leute sind ausgeflippt. War gut geschrieben und gut zu lesen und spannend, aber irgendwie halt nicht sehr raffiniert und niveaureich. Ein netter Happen für zwischendurch, aber nichts Nachhaltiges.